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Projektbeschreibung

Projekt "Niveaudifferenziertes Lernen digital gestalten" in den Schulversuchen AVdual/BFPE

Im Schuljahr 2017/18 nehmen über 60 berufliche Schulen an einem der Schulversuche AVdual oder BFPE teil. Vielfach berichten die Schulen, dass die Planung, Durchführung und Dokumentation individualisierter Lernprozesse auf herkömmliche Weise papierlastig, umfangreich und zeitaufwändig ist. Daher hat das Kultusministerium (KM) in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) ein Tablet-Projekt aufgelegt, um den pädagogischen Ansatz der Schulversuche auch im digitalen Umfeld zu erproben und entsprechende Erfahrungen zu sammeln.

Das wichtigste Ziel ist die Weiterentwicklung des Unterrichts. Insbesondere soll

  • niveaudifferenziertes Lernen mit mobilen Endgeräten unterstützt und getestet werden,
  • die Selbststeuerung der Schülerinnen und Schüler angeregt werden,
  • das Lernangebot und das Management der Lerngruppe durch die Lehrkräfte mittels Moodle und DAKORA unterstützt werden,
  • projekt-, teamorientiertes und interaktives Lernen unter Berücksichtigung des Internets unterstützt werden.

In einer Vorbereitungsphase im Schuljahr 2016/17 wurden sechs ausgewählte AVdual- oder BFPE-Schulen mit je 2 Lerngruppen (2 x 20 SuS) und insgesamt 8 Lehrkräften zur Weiterentwicklung des niveaudifferenzierten Lernens mit mobilen digitalen Endgeräten ausgestattet und auf deren Einsatz im Schuljahr 2017/18 vorbereitet.

Am LS wurden seit 2013 Kompetenzraster, Lernwegelisten und Lernmaterialien entwickelt. Diese sind auch zum Einsatz in der vom Land insbesondere für die Gemeinschaftsschulen erweiterten Moodle-Version geeignet und werden teilweise bereits digital über Moodle und die DAKORA-App vom LS bereitgestellt. Hiermit wurde neben einer strukturierten Plattform zur Bereitstellung von Unterrichtsmaterial auch die digitale Unterstützung individueller Lernwege bis zur differenzierten Leistungsrückmeldung technisch umgesetzt. Die am Projekt teilnehmenden Lehrkräfte sollen im Umgang mit den mobilen Endgeräten, deren didaktischem Nutzen und der Anwendung von Moodle und der DAKORA-App geschult werden. In den geplanten Workshops werden die Schulen über wichtige Fragen des Datenschutzes und des Urheberrechts informiert und rechtlich unbedenkliche Apps vorgestellt.

In der Durchführungsphase im Schuljahr 2017/18 wird den Schulen neben einem Support in technischen und pädagogischen Fragestellungen auch Gelegenheit zum Austausch geboten werden. Um die Erkenntnisse und Wirkungen des Projektes strukturiert zu erfassen und aus-zuwerten, ist eine projektbegleitende Evaluierung vorgesehen.

Folgende Fragestellungen stehen dabei im Zentrum des Erkenntnisinteresses:

  • Welchen Beitrag leisten mobile Endgeräte beim niveaudifferenzieren Lernen und der individuellen Förderung allgemein?
  • Welchen Beitrag leisten mobile Endgeräte bei der Entwicklung der Selbststeuerung der Schülerinnen und Schüler?
  • Welcher Mehrwert entsteht an den Schulen durch die Nutzung von Moodle und insbe-sondere DAKORA?
  • Welche Veränderungen sind bezüglich der Lernmotivation und -strategie unter beson-derer Berücksichtigung der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler feststellbar? Gibt es Auswirkungen auf die Lernatmosphäre?
  • Welche Optionen des projekt- und teamorientierten Lernens ergeben sich durch den Einsatz von mobilen Endgeräten?

Voraussetzung für eine Teilnahme ist, dass in den Lerngruppen des Schulversuchs im Schul-jahr 2017/18 bereits niveaudifferenziert gearbeitet wird und grundlegende Kenntnisse zum Konzept der Lernlandschaften vorhanden sind.

Die für diesen pädagogischen Ansatz notwendigen Kompetenzraster und ein Teil der Lernwegelisten und Lernmaterialien können den Schulen über Moodle und DAKORA vom LS zur Verfügung gestellt werden. Den Schulen steht es aber frei, auch eigene Lernwegelisten und Lernmaterialien über DAKORA einzusetzen. Es ist daher Voraussetzung, dass die Schule ab dem zweiten Halbjahr 2016/17 ein Moodle besitzt.

Zur Teilnahme an dem Projekt werden den teilnehmenden Schulen Mittel zur Beschaffung von mobilen Endgeräten und, falls notwendig, zur Ausstattung einer notwendigen WLAN Ausleuchtung bereitgestellt. Die Finanzierung versteht sich als einmalige Anschubfinanzierung und ist auf ein Schuljahr begrenzt. Die Schulträger müssen sich verpflichten, über diese Mittel hinaus nötige Investitionen vorzunehmen. Eine Erklärung von Schule und Schulträger muss dem Kultusministerium übermittelt werden.

Alle teilnehmenden Schulen werden bei der Beschaffung von Tablets und technischer Infrastruktur für die Eingangsklassen unterstützt.

Die fachliche Unterstützung der teilnehmenden Schulen zu den Themen Unterrichtsorganisation, Technik, Gerätemanagement/Datenschutz und Lernangebote erfolgt durch entsprechende Workshops. Im Schuljahr 2016/17 wurden insgesamt 3 zentrale Workshops für die Lehrkräfte der teilnehmenden Schulen durchgeführt.

Von den teilnehmenden Schulen wird erwartet, dass sie für eine Evaluation zur Verfügung stehen, um dem LS und dem KM die Möglichkeit zu geben, die gemachten Erfahrungen im Unterricht bei der Weiterentwicklung von Moodle und DAKORA sowie der weiteren Optimierung von Lernangeboten zu berücksichtigen.

Bei Fragen steht Ihnen die Projektkoordination am LS gerne zur Verfügung.

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